Social Egg Freezing: Flankierende Maßnahmen unabdingbar
Frauen könnten noch mehr unter Druck kommen
Social Egg Freezing wird kommen. Die Frage ist nur wie diese neue Möglichkeit gestaltet wird. Altersgrenzen, um späte, riskante Schwangerschaften zu vermeiden, sind wichtig, ebenso eine aussagekräftige Begleitforschung und verlässliche Daten über die Praxis, damit Frauen sich informieren und tragfähige Entscheidungen treffen können.
Ungünstige Kosten-Nutzen-Relation
„Dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis, also der Mitteleinsatz in Relation zur Wahrscheinlichkeit einer Geburt, sehr ungünstig ist, ist bekannt. Daher finden wir es auch gerecht und begründbar, wenn Social Egg Freezing nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert wird“, erklärt Mag. Helene Göscha, Bioethik-Expertin von aktion leben österreich. „Auch das demografische Problem werde es nicht lösen. Die ohnehin begrenzten Mittel können im Gesundheitsbereich besser eingesetzt werden“, so Göschka.
„Entscheidend werden flankierende Maßnahmen sein, um Missbrauch und Druck auf Frauen vor dem Hintergrund unrealistischer Erwartungen zu vermeiden“, betont Göschka.
Werbeverbot und Beratungsangebot sind wichtige Maßnahmen
aktion leben österreich wünscht sich konkret ein auch in anderen Ländern übliches Werbeverbot sowie ein flächendeckendes unabhängiges Beratungsangebot für Frauen. „Social Egg Freezing ist der teuerste und unsicherste Weg zum Kind. Späte Elternschaft, vielleicht in Kombination mit Single-Elternschaft, falls diese mit beschlossen wird, wirft viele sehr weitreichende Fragen auf. Frauen sollten hier eine kundige Anlaufstelle haben, die ergebnisoffen, professionell und empathisch berät und begleitet. Dies darf nicht mit wirtschaftlichen Interessen an Social Egg Freezing verbunden sein“, so Göschka.
Elternschaft in jungen Jahren erleichtern
Der einseitige Fokus auf technische Lösungen verstelle den Blick auf dahinterliegende Probleme: „Würden junge Menschen ihre Berufs- und Lebenspläne besser mit Elternschaft verbinden können, hätten wir weit weniger Bedarf an so teuren und unsicheren Methoden wie Social Egg Freezing“, ist Göschka überzeugt. „Wir wünschen uns einen Schwerpunkt auf eltern- und familienfreundliche Strukturen und Rahmenbedingungen“, schließt Göschka.